Die Mikrochirurgie ist ein anspruchsvoller Teilbereich der Chirurgie, bei dem unter dem Mikroskop operiert wird. Sie ist heute ein unabdingbarer Bestandteil der rekonstruktiven Chirurgie, bei der die Behandlung von erworbenen Defekten, angeborenen Missbildungen und Tumorleiden im Vordergrund steht. Ziel der Behandlung ist die optimale Wiederherstellung von Form und Funktion.

Wenn das bloße Auge nicht mehr ausreicht, um die zu versorgenden feinen Strukturen wie Gefäße oder Nerven präzise zu erkennen, wird das Gewebe unter dem Operationsmikroskop dargestellt und behandelt. Moderne Operationsmikroskope erlauben eine stufenlose Einstellung bis zu 40-fachen Vergrößerungen. Die Operationen können auf einem angeschlossenen Monitor verfolgt werden. Präpariert und genäht wird mit speziellem Instrumentarium, das noch feiner ist als das eines Uhrmachers. Die Nadeln selbst sind nicht dicker als 60 – 80 µm (das entspricht ca. 1/15 mm). Die Fäden haben einen Durchmesser von 20 µm und sind damit feiner als Haare.
Um mikrochirurgisch operieren zu können, benötigt man ein speziell ausgebildetes Team. Die Operationsschwester muss im Umgang mit dem Instrumentarium geübt sein und die Chirurgen absolvieren eine besondere Ausbildung und benötigen ein kontinuierliches Training.

So erlaubt die Mikrochirurgie die Transplantation von körpereigenem Gewebe (beispielsweise Muskeln oder Haut-Unterhautgewebe vom Unterarm) zur Deckung von Defekten, die durch Unfälle oder Tumore entstehen. Wird die Entfernung von großen Teilen des Unterkiefers oder des Oberkiefers mit bedeckender Schleimhaut erforderlich, so kann Knochen vom Wadenbein mit der darüber liegenden Haut zum Ersatz der verloren gegangenen Teile verpflanzt werden. Bei der Transplantation werden wie bei einer Herz- oder Nierentransplantation gleichzeitig die ernährenden Blutgefäße mitverpflanzt, die unter dem Mikroskop mikrochirurgisch an Blutgefäße des Halses angeschlossen werden („mikrovaskuläre Chirurgie“). Durch diese aufwändigen Operationen gelingt es, die Funktion und das Aussehen nach der Operation deutlich zu verbessern und den Tumorpatienten einen erheblichen Gewinn an Lebensqualität nach der chirurgischen Therapie in diesem empfindlichen Teil des Körpers zu ermöglichen.

In unserem Team verfügt die Kieferchirurgin Barbara Iwan über langjährige Erfahrung auf diesem Spezialgebiet, das sie sich während einer Zusatzausbildung in China angeeignet hat.